Mann hält Schaufel

Nachpflanzung

Wieso:
Nicht warten, bis alle alten Bäume abgestorben sind, sondern vorsorgen und rechtzeitig einen neuen Baum pflanzen. 20–30% der Bäume sollten jünger als 10 Jahre sein.

Wann:
Walnuss: Frühjahr.

Andere Obstsorten:
Oktober / November.
Der Boden muss natürlich frostfrei sein.

Abgestorbene Bäume:

Nicht alle abgestorbenen Bäume fällen, da sie Lebensraum für viele Tierarten bieten.

Beseitigung:
Muss ein Baum beseitigt werden, sollte für einen gleich-zeitigen Ersatz gesorgt werden.

 

Anleitung Pflanzen

Benötigt werden:
a. Spaten, Schaufel (Lochbohrer bei schweren Böden)
b. Kompost kann mit anstehender Erde vermischt werden (mind. 25 Liter).
c. Eimer, Wasser
d. Pflanzpfahl: 2,30 m
e. Kokosstrick
f. Verbißschutz – Plastikspirale oder Drahthose
g. Viel Energie

a. Abstand messen
Pflanzabstand:
10–15 m für Apfel und Birne.
18–20 m für Walnuss, Süßkirsche, Speierling.
Grenzabstand:
Mindestens 4 m zum Nachbargrundstück.
Bei Walnuss sogar 8 m Abstand halten.

b. Grube buddeln
a. Faustregel:
Grubenbreite = doppelter Wurzelballendurchmesser.
b. Tiefe = 50 cm (bei Bäumen aus dem Topf die Grube tiefer als die Topfhöhe graben).
c. Boden der Grube auflockern.
d. Pflanzpfahl vor dem Pflanzen einschlagen.

c. Einsetzen
a. Mit vermischter Erde und Kompost oder einfach mit gelockerter Erde auffüllen, sodass Veredlungsstelle 10 cm über dem Boden ist.
b. Mit dem Fuß Erde andrücken.
c. Eine Gießmulde verhindert das Abfließen des Gieß-wassers.
d. Regelmäßig pflegen (siehe Pflege).

d. Bissschutz
a. Kokosstrick unterhalb der Krone am Stützpfahl fest-binden.
b. Verbißschutz aus spiralförmigen Kunststoff oder Draht-hose gegen Kaninchen anbringen.

e. Baumscheibe
a. Eine Scheibe um dem Baum freihalten, sodass Gräser und Kräuter dem Baum keine Nährstoffe wegnehmen.
b. Faustregel:
Baumscheibendurchmesser = doppelte Pflanzlochbreite.
c. Mit Laub, Kompost, Mulch oder Mahd bei heißem Wetter abdecken.

f. Pflege
a. Jungbäume im ersten Jahr mit ca. 20–30 Liter pro Baum, alle 14 Tage, vom Frühjahr bis Ende Juli wässern.
b. Auf Wühlmäuse achten.
c. Baumscheibe von Gräsern und Kräutern freihalten.
d. Verbißschutz überprüfen.
e. Stützpfahl überprüfen.
f. Baum schneiden je nach Standjahr und Jahreszeit
(siehe Baumschnitt).

 

Wiesenmahd

Wieso:
um Verbuschung zu vermeiden.

Geräte:
Sense, Balkenmäher oder Mulchmäher (ausleihbar, siehe Adressen).

Wann:
Anfang Juli (nach der Brutzeit), ein bis höchstens zwei mal im Jahr.

Wie:
Sensenkurse werden beim NABU angeboten.
Balkenmäher oder Mulchmäher kann man ausleihen oder kaufen.

Wohin damit:
Auf den Kompost, zur Biokompostanlage abfahren oder evtl. einem Landwirt anbieten.

Beweidung:

Bei großen Flurstücken ist Schafbeweidung eine Alternative.

 

Natürlicher Schutz

Pestizide sind in Streuobstwiesen nicht erlaubt und auch wenig sinnvoll, weil sich die großkronigen Bäume nicht vollständig ausspritzen lassen und die Mittel ohnehin viel zu teuer wären. Das Unterstützen von natürlichen Schädlingsbekämpfern (Nistmöglichkeiten, etc.) ist immer noch der beste Schutz gegen Schadinsekten. Eine andere Möglichkeit ist die Anbringung von Leimringen ab September bis späten Oktober.

Rezept zur eigenen Herstellung:
(Zutaten bekommt man in Apotheken, Drogerien und bei speziellen Internethändlern).
In einem alten Topf 700 g Holzteer und 500 g Kolophonium (Balsamharz) langsam erhitzen und rühren, bis eine gleich-mäßige Mischung entsteht, dann 500 g feste, braune Schmierseife und 300 g Tran dazugeben und rühren, bis die
Flüssigkeit erkaltet ist. Ein festes, grünes Papier (wichtig! weißes oder gelbes zieht auch Nützlinge an!) in ca. 1 m Höhe um den Stamm wickeln und mit zwei Drähten be-festigen. Papier mit der zähen Flüssigkeit bestreichen.

 

Baumschnitt

Wieso:
Veralterungsprozess des Baumes verzögern, höhere Qualität und Menge des Obstes.

Wann:
Herbst/Winter, wenn die Blätter ab sind und bevor die ersten Knospen rauskommen. Bei Walnüssen und Süßkirschen im Spätsommer.

Wohin damit:
Aus den Ästen und Laub kann man eine Benjeshecke oder einen Haufen für Igel und Co. zum Überwintern bauen.

Geräte:

a. Handschuhe
b. Astschere
c. Handsäge
d. Astsäge (gebogene Form)
e. Hohe Leiter

Vor dem Schneiden unbedingt einen Schnittkurs
besuchen!
Die folgenden Hinweise dienen nur zur Übersicht.

a. Schneidetechnik
Wenn ein Ast vollständig ab soll und er einen Umfang von über 30 cm hat, sollte er in mehreren Schritten entfernt werden, sodass der Ast unter seinem Eigengewicht ab-bricht. Dies verhindert, dass die Rinde des Baumes nicht eingerissen wird. Beim dritten Schnitt nicht in den Astring schneiden, da er Infektionen bekämpft.

Wenn der Ast nur teilweise gekürzt wird, am Knospen-ansatz den Ast schräg schneiden, sodass das Wasser ab-läuft und keine Fäule entsteht. Dabei darauf achten, dass der Schnitt nicht zu dicht am oder zu weit enfernt vom Knospenansatz ist.

b. Erziehungsschnitt

Wieso:
Sodass die Baumkrone eine klare Struktur mit viel Frucht-holz bekommt.

Wann:
Ab dem 2. bis zum 8. Standjahr, einmal im Jahr.

Wie:

Die einjährigen Triebe der Leitäste werden zurück-geschnitten. Konkurrenztriebe werden entfernt.

c. Erhaltungsschnitt

Wieso:
Um eine gut aufgebaute Krone zu erhalten, in der alle Blätter Licht bekommen und keine Äste absterben. Ein Sturm kann bei ungeschnittenen und morschen Ästen die Krone entzweien.

Wann:
Bei Hochstämmen ab dem 8. Standjahr – einmal alle 2 Jahre.

Wie:
Zu dicht stehende und bereits abgestorbene Äste ent-fernen. Nach unten weisende Triebe und Fruchtäste entfernen. Sogenannte „Wasserschosser“ (senkrecht
nach oben stehende Triebe) entfernen.

d. Verjüngungsschnitt

Welche Bäume:
Stark vernachlässigte und sehr alte Bäume.

Wie:
Die Krone auslichten. Bis zu 1/3 der Kronenmasse sollte entfernt werden, bei sehr stark verwilderten Bäumen auch bis zu 50%.

Nachbehandlung:

Alle zwei bis drei Jahre die nun stark wachsenden Neutriebe auslichten.